Objektive für Spiegelreflex- und Systemkameras gibt es ja unzählige. Da fällt es gerade Einsteigern in das Hobby der Fotografie schwer sich zu entscheiden. Welche Objektive braucht man wirklich? Ich möchte dir hier meine 3 Objektiv-Empfehlungen vorstellen.
Eigentlich müsste es 2 + 1 Objektiv heißen, denn die ersten beiden Empfehlungen gehören, meiner Meinung nach, zur Grundausstattung.
Objektiv-Empfehlung für den Einstieg

Bei einer Kompaktkamera oder einer Bridgekamera musst du dir über die Objektive keine Gedanken machen, denn die sind bereits fest verbaut und lassen sich eh nicht austauschen. Wenn du dich aber intensiver mit der Fotografie als Hobby beschäftigen möchtest, dann kommst du früher oder später nicht um eine Spiegelreflexkamera oder besser noch, eine Systemkamera herum.
Und bei beiden Varianten kannst und musst du überlegen, welche Objektive du benötigst. Vielleicht wirst du dich im Laufe der Zeit auf einen Bereich der Fotografie spezialisieren, doch für den Einstieg gibt es 2 oder 3 Objektive, die du dir zulegen solltest:
Das Weitwinkelobjektiv
Wenn du eine Spiegelreflexkamera oder Systemkamera kaufst, ist meist auch ein Objektiv mit dabei. Es handelt sich um das sogenannte Kit-Objektiv. Dessen Brennweite liegt meist bei 16-50 mm oder 18-55 mm und deckt dabei den Weitwinkelbereich und einen leichten Telebereich ganz gut ab.
Mit einem solchen Objektiv bist du für viele fotografische Situationen schon ganz gut ausgerüstet, z.B. wenn es darum geht Landschaften, in der Stadt oder im Urlaub zu fotografieren.
Wobei man hier auch ehrlicherweise sagen muss, dass ein Weitwinkelobjektiv eigentlich eine Brennweite zwischen 16 mm und 24 mm an einer Vollformatkamera hat.

Sicherlich bringen diese Kit-Objektive nicht die Qualität, wie es hochwertigere Objektive tun würde. Doch so schlecht, wie sie teilweise im Netz gemacht werden, sind sie längst nicht.
Das Teleobjektiv
Aber sicher möchtest du nicht nur Landschaften fotografieren, sondern vielleicht auch mal Tiere oder andere Motive, die etwas weiter entfernt sind. Aus diesem Grund solltest du dir als Hobbyfotograf auch ein Teleobjektiv zulegen. Mit einem Teleobjektiv kannst du Objekte, die weit entfernt sind, nah heranholen.
Das ist z.B. praktisch, wenn du Tiere fotografieren möchtest, die verschwinden würden, wenn du zu nah heran gehst.
Ein sehr häufig genutztes Teleobjektiv wäre z.B. das 70-200 mm, das es für Canon, Nikon oder auch Sony Kameras gibt.
Für meine Nikon D5600 nutze ich das Nikon AF-S DX Nikkor 55-300 mm 1:4,5-5,6G ED VR und bin sehr zufrieden damit. Eine Alternative wäre aber auch das Nikon AF-P Nikkor 70-300mm 1:4.5-5.6E ED VR Objektiv*.

Wem dieser Brennweitenbereich noch nicht reicht, der kann natürlich auch zu einem 150-600 mm Objektiv greifen. Allerdings wäre das in meinen Augen nur sinnvoll, wenn du dich bevorzugt mit der Tierfotografie beschäftigen möchtest.
Die Festbrennweite
Die beiden zuvor beschriebenen Objektive, also das Weitwinkelobjektiv und das Teleobjektiv waren sogenannte Zoomobjektive. Sie haben also nicht nur eine bestimmte Brennweite, sondern decken einen bestimmten Brennweitenbereich ab.
Alternativ dazu gibt es aber auch die Festbrennweite. Hier besitzt das Objektiv nur eine einzige Brennweite, z.B. 50 mm. Zoomen ist nicht möglich. Dafür haben diese Objektive aber den Vorteil, dass der Hersteller keine Kompromisse machen musste. Alles ist für diese eine Brennweite optimiert.
In der Regel bieten Festbrennweiten deshalb auch eine höhere Bildqualität als Zoomobjektive. Außerdem haben sie eine größere Offenblende und sind daher lichtstärker.
Gerade als Einsteiger in die Fotografie kann sich eine Festbrennweite lohnen, denn damit lernst du deinen fotografischen Blick zu schärfen. Du kannst eben nicht einfach nur stehenbleiben, zoomen und knipsen. Du musst dich bewegen und schauen, wie du dein Motiv optimal präsentierst.
Bei einer Vollformatkamera entspricht eine 50 mm Festbrennweite übrigens in etwa unseren Augen. Also so wie wir alles um uns herum sehen, so würde es auch das 50mm Objektiv sehen. Bei einer APS-C Kamera wäre das, durch den Cropfaktor, ein 35 mm Objektiv.
Wenn dir der Cropfaktor nichts sagt, dann empfehle ich dir meinen Artikel zum Thema Sensorgrößen in Kameras: Sensorformate im Vergleich.
Welches Objektiv als Immerdrauf?
Schaut man sich im Netz verschiedene Foren oder Blogs rund um die Fotografie an, dann findet man auch immer wieder Empfehlungen für Objektive, die man als „Immerdrauf“ verwenden kann. Meist werden dabei Weitwinkelobjektive mit einer Brennweite von 16-50 mm oder 18-55 mm. Nicht ohne Grund haben die Kit-Objektive auch meist diese Brennweiten.
Aber es geht auch noch anders. Es gibt auch Objektive, die einen noch größeren Brennweitenbereich abdecken. Ich selbst hatte einige Zeit z.B. das Canon EF-S 18-200mm f/3.5-5.6 IS im Einsatz.

Dieses Objektiv deckt alles ab, vom Weitwinkel- bis zum Telebereich. Und das mit einer durchaus guten Bildqualität. Und es geht sogar noch mehr. Wer möchte kann auch zu einem 18-300 mm oder sogar zu einem 18-400 mm Objektiv greifen. Das ideale Reisezoom oder auch Immerdrauf-Objektiv.
Es muss aber klar sein, dass du bei einem solchen Objektiv Kompromisse machen musst. Du wirst hiermit nie die Bildqualität erreichen, wie es mit einem Zoomobjektiv mit kleinerem Brennweitenbereich der Fall sein wird. An die Bildqualität einer Festbrennweite brauchen wir gar nicht denken.
Dafür hast du aber immer die richtige Brennweite direkt zur Verfügung und das, ohne das Objektiv wechseln zu müssen. Und jetzt seid ihr dran. Welche Objektive sollte ein Hobbyfotograf haben und warum? Ich bin mal gespannt auf eure Empfehlungen.
Worauf sollte man beim Objektivkauf achten?
Wenn du dir als Hobbyfotograf ein neues Objektiv zulegen möchtest, gibt es ein paar Dinge, auf die du unbedingt achten solltest. Schließlich soll das neue Objektiv nicht nur zu deiner Kamera passen, sondern auch zu deinen fotografischen Zielen.
Ein wichtiger Punkt ist der Anschluss. Nicht jedes Objektiv passt auf jede Kamera. Je nachdem, ob du eine Nikon-, Canon-, Sony- oder eine andere Kamera hast, brauchst du ein Objektiv mit dem passenden Bajonett. Achte also unbedingt darauf, dass das Objektiv zu deinem Kamerasystem passt – sonst ärgerst du dich nach dem Kauf.
Dann spielt auch die Lichtstärke, also die maximale Blendenöffnung, eine große Rolle. Objektive mit einer großen Blende (z. B. f/1.8 oder f/2.8) lassen viel Licht auf den Sensor und eignen sich besonders gut für Aufnahmen bei wenig Licht oder wenn du gerne mit unscharfem Hintergrund fotografierst. Solche Objektive sind oft etwas teurer, aber bieten dir mehr kreative Möglichkeiten.
Auch das Thema Bildstabilisator kann interessant sein – vor allem, wenn du gerne ohne Stativ fotografierst oder oft in Situationen mit wenig Licht unterwegs bist. Manche Kameras haben zwar eine Stabilisierung eingebaut, aber nicht alle. Ein Objektiv mit eigenem Bildstabilisator kann da ein echter Vorteil sein.
Nicht zuletzt solltest du dir überlegen, wie groß und schwer das Objektiv sein darf. Ein lichtstarkes Teleobjektiv macht super Bilder, kann aber schnell zur Last werden, wenn du länger unterwegs bist. Gerade beim Reisen oder beim Stadtbummel spielt das Gewicht eine wichtige Rolle.
Und mein persönlicher Tipp: Schau dir vor dem Kauf auch mal Beispielbilder mit dem Objektiv an oder teste es, wenn möglich, selbst. So bekommst du ein Gefühl dafür, ob es wirklich zu dir passt.
Objektiv-Empfehlungen für Einsteiger: Gute Qualität zum fairen Preis
Gerade als Hobbyfotograf möchte man seine Ausrüstung sinnvoll erweitern, ohne gleich ein Vermögen auszugeben. Deshalb habe ich hier ein paar Objektive zusammengestellt, die sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnen und sich perfekt für den Einstieg eignen. Diese Modelle decken die drei wichtigsten Bereiche ab: Weitwinkel, Tele und Festbrennweite.
1. Weitwinkel-/Kit-Objektive
Diese Objektive sind oft schon beim Kamerakauf dabei, lassen sich aber auch einzeln kaufen – ideal für Alltags- und Urlaubsfotos.
Kamera-System | Objektiv | Preis (neu) |
---|---|---|
Nikon DX | Nikon AF-P DX Nikkor 18–55mm f/3.5-5.6G VR | ca. 120 € |
Canon EF-S | Canon EF-S 18–55mm f/4-5.6 IS STM | ca. 130 € |
Sony E-Mount | Sony E 16–50mm f/3.5-5.6 OSS PZ | ca. 150 € |
2. Teleobjektive
Für Motive in größerer Entfernung, z. B. Tiere, Sport oder Natur.
Kamera-System | Objektiv | Preis (neu) |
---|---|---|
Nikon DX | Nikon AF-P DX Nikkor 70–300mm f/4.5-6.3G VR | ca. 220 € |
Canon EF-S | Canon EF-S 55–250mm f/4-5.6 IS STM | ca. 250 € |
Sony E-Mount | Sony E 55–210mm f/4.5-6.3 OSS | ca. 280 € |
3. Festbrennweiten
Diese Objektive haben keine Zoomfunktion, bieten aber oft eine bessere Bildqualität und Lichtstärke – ideal für Porträts oder kreative Fotografie.
Kamera-System | Objektiv | Preis (neu) |
---|---|---|
Nikon FX/DX | Nikon AF-S 50mm f/1.8G | ca. 200 € |
Canon EF | Canon EF 50mm f/1.8 STM | ca. 130 € |
Sony E-Mount | Sony FE 50mm f/1.8 | ca. 250 € |
Diese Preise sind natürlich nur grobe Richtwerte und können je nach Händler schwanken. Mein Tipp: Schau dich ruhig auch auf dem Gebrauchtmarkt um – z. B. bei eBay oder in Fotoforen. Viele Objektive sind gebraucht deutlich günstiger zu haben und in der Regel noch in sehr gutem Zustand.
Mit diesen Empfehlungen bist du als Hobbyfotograf auf jeden Fall bestens ausgerüstet, um kreativ durchzustarten!
Kurzer Exkurs: Zoomobjektiv vs. Festbrennweite – Vor- und Nachteile
Wenn du dich mit Objektiven beschäftigst, stößt du schnell auf die Frage: Zoomobjektiv oder Festbrennweite – was ist besser? Die Antwort lautet wie so oft: Es kommt darauf an, was du fotografieren möchtest und worauf du Wert legst. Beide Varianten haben ihre Stärken und Schwächen, die ich dir hier kurz vorstellen möchte.
Zoomobjektiv – flexibel und vielseitig
Mit einem Zoomobjektiv kannst du unterschiedliche Brennweiten abdecken, ohne das Objektiv zu wechseln. Das ist besonders praktisch, wenn du unterwegs bist und schnell auf verschiedene Motive reagieren willst – zum Beispiel beim Stadtbummel oder auf Reisen.
Vorteile:
- Flexibel einsetzbar, da mehrere Brennweiten in einem Objektiv
- Du musst seltener das Objektiv wechseln
- Ideal für unterwegs oder spontane Motive
Nachteile:
- Oft weniger lichtstark als Festbrennweiten
- Bildqualität kann je nach Objektiv und Zoombereich schwanken
- Meist größer und schwerer
Festbrennweite – scharf, lichtstark, kreativ
Festbrennweiten haben keinen Zoom, dafür aber oft eine höhere Lichtstärke und bessere Bildqualität. Du musst dich mehr bewegen, um den richtigen Bildausschnitt zu finden – das fördert die kreative Auseinandersetzung mit dem Motiv.
Vorteile:
- Sehr gute Bildqualität
- Hohe Lichtstärke – ideal für Porträts und Aufnahmen bei wenig Licht
- Meist kompakt und leicht
Nachteile:
- Kein Zoom – du musst deine Position aktiv verändern
- Weniger flexibel, wenn du schnell auf verschiedene Motive reagieren willst
Mein Fazit: Für den Anfang ist ein gutes Zoomobjektiv eine tolle Allround-Lösung. Wenn du später gezielt bestimmte Motive fotografieren willst – z. B. Porträts – lohnt sich der Blick auf eine Festbrennweite. Ich nutze beide Varianten regelmäßig und möchte keine davon missen.
Geld sparen beim Objektivkauf: Lohnt sich ein gebrauchtes Objektiv?
Gerade als Hobbyfotograf muss man nicht immer tief in die Tasche greifen – besonders nicht beim Objektivkauf. Viele Objektive sind nämlich gebraucht in einem richtig guten Zustand erhältlich und kosten oft deutlich weniger als Neuware. Wenn du also ein bisschen aufs Budget achten willst, lohnt sich ein Blick auf den Gebrauchtmarkt definitiv.
Wichtig ist dabei natürlich, dass du genau hinschaust. Prüfe am besten, ob die Linsen sauber sind (keine Kratzer oder Fungus) und ob der Autofokus zuverlässig funktioniert. Auch das Bajonett, also der Anschluss ans Kameragehäuse, sollte nicht beschädigt sein. Viele Verkäufer geben an, wie oft das Objektiv genutzt wurde – Stichwort: Shutter Count bei Kameras, bei Objektiven einfach nach der optischen Abnutzung fragen.
Beliebte Plattformen für gebrauchte Objektive sind zum Beispiel eBay, eBay Kleinanzeigen oder spezialisierte Fotoforen. Manche Fotofachhändler bieten sogar geprüfte Gebrauchtware mit Garantie an – das kostet zwar etwas mehr, gibt aber zusätzliche Sicherheit.
Mein Tipp: Besonders bei Festbrennweiten oder älteren Teleobjektiven kannst du gebraucht echte Schnäppchen machen. So bleibt mehr Geld für andere Ausrüstung – oder den nächsten Fototrip!
FAQ – Häufige Fragen und Antworten
Hier habe ich noch Antworten auf häufige Fragen zu diesem Thema zusammengestellt:
Kann ich Objektive auch an verschiedenen Kamerasystemen nutzen?
Nicht direkt – jedes Kamerasystem hat seinen eigenen Objektivanschluss. Es gibt aber Adapter, mit denen du zum Beispiel Canon-Objektive an Sony-Kameras nutzen kannst. Dabei kann es allerdings zu Einschränkungen beim Autofokus oder der Bildqualität kommen. Deshalb rate ich Anfängern: Lieber ein Objektiv nehmen, das nativ auf deine Kamera passt.
Was bedeutet eigentlich „Crop-Faktor“ und warum ist der wichtig?
Viele Kameras – besonders im Einsteigerbereich – haben einen sogenannten APS-C-Sensor, der kleiner ist als ein Vollformatsensor. Dadurch verändert sich der Bildausschnitt eines Objektivs. Beispiel: Ein 50 mm Objektiv wirkt an einer APS-C-Kamera wie ein 75 mm (Crop-Faktor 1,5). Das ist wichtig, um Brennweiten richtig einzuordnen – gerade beim Kauf von Teleobjektiven.
Muss ich als Hobbyfotograf unbedingt mehrere Objektive besitzen?
Nein, musst du nicht. Wenn du zum Beispiel nur gelegentlich fotografierst oder hauptsächlich im Automatikmodus unterwegs bist, reicht ein gutes Kit-Objektiv oft völlig aus. Mehrere Objektive machen dann Sinn, wenn du dich gezielt weiterentwickeln und bestimmte Motive (z. B. Porträts oder Tiere) fotografieren möchtest.
Was ist ein Makroobjektiv – brauche ich das?
Ein Makroobjektiv ist speziell dafür gemacht, sehr kleine Motive ganz groß und scharf abzubilden – z. B. Insekten oder Pflanzen. Wenn du gerne in die Welt der Details eintauchst, kann ein Makroobjektiv spannend sein. Für den Einstieg reicht aber oft auch ein normales Objektiv mit Makrofunktion oder ein Zwischenring.
Wie pflege ich meine Objektive richtig?
Halte deine Objektive sauber, aber geh vorsichtig vor: Mit einem Blasebalg entfernst du Staub, ein Mikrofasertuch hilft bei Fingerabdrücken. Setze immer den Objektivdeckel auf, wenn du nicht fotografierst, und verwahre deine Objektive am besten in einer gepolsterten Tasche. So bleiben sie lange fit für den nächsten Einsatz.
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